MGH & TiLo 28. Januar 2021

Angst und Einsamkeit durch Corona? Digitale Selbsthilfegruppe

Angst und Einsamkeit durch Corona?

Wir haben durch die Einschränkungen während der Corona-Pandemie kaum mehr Kontakte mit anderen. Alleinstehende sind davon besonders betroffen. Das ließ sich eine Zeit lang aushalten, wir räumten auf und um, machten Vieles, wozu wir bislang keine Zeit gefunden hatten und genossen auch die Ruhe.

Seit dem Teil-Lockdown im Herbst verschlimmert sich nun die Situation zunehmend und wir stehen vor deutlichen Verschärfungen der Kontaktmöglichkeiten.

Fehlen von Kontakten, die täglichen Berichte der Medien über die sich verschlimmernde Lage, der Anblick der teil-vermummten Menschen - so etwas haben wir alle noch nie erlebt und wir gehen sehr unterschiedlich damit um. Die einen schimpfen auf die Politik und Verwaltung, obwohl sie selbst in gleicher Position sicher auch nicht den „richtigen“ Weg wüssten. Die anderen richten sich ein und vertrauen darauf, dass alle ihr Bestes geben und wir die Pandemie gemeinsam überwinden werden. Und wieder andere werden aktiv und engagieren sich, machen z.B. Einkäufe für Senioren.

Zunehmend mehr Menschen bedrückt ihre Situation aber so sehr, dass sie sich ganz abkapseln und ernstzunehmende psychische Erkrankungen entwickeln. Die unberechenbare Situation mit Covid, zudem die bedrohliche Klimakrise und die weltweit absehbaren Veränderungen der Gesellschaften verunsichern und führen immer mehr zu Angststörungen und Depressionen, wie Fachverbände der Ärzte und Psychotherapeuten melden.

Gerade für diesen Personenkreis macht die Selbsthilfeberatungsstelle KIBIS nun durch virtuelle Selbsthilfegruppen ein neues Angebot. „Wir können zwar z.Zt. keine persönlichen Treffen ermöglichen, aber alle, die ein Smartphone, Laptop, Notebook oder anderen Computer haben, können sich auf sicheren Online-Plattformen treffen. Das ersetzt zwar keine persönlichen Treffen, aber da die Teilnehmer*innen sich sehen und hören können, ist es eine sehr wohltuende und wirkungsvolle Alternative“, sagt Ulrich Krusekopf von KIBIS. „Interessierte brauchen sich davor nicht zu scheuen. Die Anwendung ist ganz einfach und wir werden es in Einzeltreffen erklären und üben.“

Die Teilnehmenden können sich über ihre Ängste und Gedanken austauschen. Dadurch werden sie aktiv und verharren nicht länger in der passiven Isolation. Gemeinsam können Mechanismen erlernt und ausprobiert werden, mit den veränderten Rahmenbedingungen gesünder umzugehen.

Eine Begleitung der Treffen durch Fachleute ist möglich.

Wer sich für die Teilnahme interessiert, kann sich bei KIBIS Schleswig unter 04621-27748 und info@kibis-sl.de melden.